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Review – Far Cry 3

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Sanft wiegt sich das Gras im warmen Wind, die Wellen des smaragdfarbenen Meeres schlagen sacht ans Ufer, die Sonnenstrahlen brechen durch Palmenblätter, die Wildtiere pirschen durch das Dickicht und blaue Bohnen sirren an den Ohren…

Blaue Bohnen im Paradies? Natürlich, denn wir sprechen hier von Far Cry 3, in denen skrupellose Banditen und Piraten unter der Herrschaft des psychopatischen Vaas Montenegro und des habgierigen Mörders „Hoyt Volker“ den Einwohnen, und ganz speziell dir, das Leben zur Hölle machen.

Nachdem „Riley Brody“, der kleine Bruder des Protagonisten „Jason Brody“, seinen Pilotenschein absolviert hat, wird das mit dem Freundeskreis gefeiert. Allerdings ist der Ablauf dieser Feier, und warum die Gruppe einen blinden Fallschirmsprung auf die karibische Insel macht, zunächst vage und unbekannt. Sicher ist nur: Ihr steckt knietief im Schlamassel. Dein Freundes- und Familienkreis verstreut, der ältere Bruder mit dir in den Fängen des psychopatischen Banditenanführers „Vaas Montenegro“.

Nach einem Fluchtversuch wird der Jasons älterer Bruder „Grant“ erschossen und Jason selbst mit wildem Kugelhagel in den dichten, gefährlichen Busch gejagt. Von dem Rebellen „Dennis Rogers“ vor dem sicheren Tod gerettet, wird Jasons Mut auf die Probe gestellt und in die Geheimnisse der Tatau-Tattoos eingeweiht, die u.a. für Jasons Fähigkeiten stehen und einen großen, spirituellen Wert bei den Einheimischen haben …

Hier fängt das eigentliche Abenteuer rund um Jason und die Rettung seiner Freunde und Familie an. Die virtuelle Insel, die ihr als Spieler für diese Rettung abgrasen und Stück für Stück erobern müsst, ist allerdings sehr groß. Größer als die Inselwelten der vorherigen Far Cry Titel. Damit Ihr aber nicht ganz so verloren seid in der weiten Wildnis, gibt es verschiedene Fahrzeuge, um euch schneller zu transportieren. Aber Vorsicht ist geboten in Arealen, in denen noch die Piraten regieren: Straßensperren und Patrouillen erschweren euch das Befahren der Straßen. Um größere Strecken mühelos zu meistern, gibt es an vereinzelt höher gelegenen Stellen die Gleiter, mit denen ihr dann als Luftpost große Strecken überfliegen könnt. Die ganz faulen können aber auch auf das integrierte Schnell-Reise System über die Karte zurückgreifen, um zu freigeschalteten Punkten wie eroberte Stützpunkte zu reisen.

Aber es gibt viel zu tun auf der Insel für den Spieler, und diejenigen, die auf eigene Faust durch die Wildnis ziehen, gibt es auch einige Überraschungen zu entdecken. Zum ersten Mal kommt in Far Cry 3 auch das Element des Jagens zutage. Jagen ist in Far Cry 3 wichtig, um seine Ausrüstung zu verbessern und diverse Mittelchen aus der einheimischen Flora zu brauen. Um das ganze interessant zu gestalten, ist das Wildtier in Far Cry 3 breit gesät. Von Wildhunden über Dingos und Leoparden bis hin zu Bären, Haifischen und Tigern ist alles mit von der Partie. Neutrales Wildtier, nicht relevant zum Erweitern der eigenen Reserven, ist ebenfalls vorhanden, wie Beispielsweise  Mantarochen, verschiedenste Fischarten, Paradiesvögel und dergleichen, was die Paradiesinsel umso lebendiger erscheinen lässt.

Abwechslungsreichtum ist ebenfalls gegeben. Verfallene Bunker aus dem zweiten Weltkrieg, alte Ruinen der Einheimischen, Unterwassertunnel, Höhlensysteme und eine Menge Artefakte warten darauf, erkundet zu werden. Alles ist sehr schön gestaltet und lädt zum Entecken ein. Viele werden sich dabei sicherlich erwischen, wie Sie einfach nur innehalten und die neuen, entdeckten Areale bewundern.

Zum Herstellen von verschiedenen Mittelchen, um sich beispielsweise zu heilen oder seine Jagdinstinkte für einen gewissen Zeitraum zu schärfen, gibt es eine ganze Palette verschiedener Pflanzensorten, welche allerdings in Hauptkategorien wie grüne, blaue, rote oder gelbe Blätter eingestuft werden. Jedes Mittelchen erfordert daher gewisse Zutaten und können, je nach Schwierigkeitsgrad, enorm zum Erfolg beitragen.

Die gewaltige Karte der Insel ist zunächst sehr bedeckt und man kann schwer erahnen, welches Ausmaß die Spielwelt bietet. Kartenareale könnt ihr aufdecken, indem Ihr die begehrten Funktürme von den Störsendern befreit, die die Piraten platziert haben, um die Kommunikation der Inselbewohner und der Rebellen bedeutend einzuschränken. Das erklimmen der Funktürme wird von Mal zu Mal kniffeliger und nervenaufreibender. Ist man oben angekommen und der Störsender entfernt, werdet ihr Belohnt mit einer 360-Grad Rundum-Kamerafahrt, die euch wichtige oder interessante Areale in der Nähe zeigt. Erinnert etwas an das erklimmen der Aussichtstürme von Assassins Creed – Ubisoft lässt grüßen. Zudem werden durch das freischalten der Türme neue Waffen und Gegenstände in den örtlichen Shops freigeschaltet.

Neben Hauptmissionen und Funktürmen gibt es dann noch die sogenannten Camps. Das sind Stützpunkte der Piraten, die man für die einheimischen Rebellen zurück erobern kann. Das kann man auf verschiedene Arten und Weisen bewerkstelligen – Entweder man schnappt sich wie Rambo ein leichtes Maschinengewehr und jagt Kiloweise Blei durch die Einrichtung und läuft dabei Gefahr, das Alarm ausgelöst wird und noch mehr schießwütige Irre antanzen (aber vielleicht möchte der Spieler das zu dem Zeitpunkt auch), oder man erledigt die Widersacher aus dem Verdeckten. Dabei kommt die Kamera gelegen, die der Protagonist mit sich führt. Mit dieser Kamera könnt Ihr aus sicherer Entfernung eure Gegner „taggen“, also markieren. Markierte Gegner werden entsprechend Ihrer Rolle mit einem kleinen Symbol gekennzeichnet (Soldaten, Scharfschützen, schwere Jungs etc).  Diese markierten Ziele bleiben so lange im HUD sichtbar, bis sie das zeitliche segnen, womit man dann etwaige Patrouillen analysieren kann. Klingt einfach? Ist es trotzdem nicht. Die Widersacher reagieren erstaunlich klug, besonders auf den höheren Schwierigkeitsstufen. Hat man also möglichst viele Gegner mit der Kamera markiert und etwaige Alarmanlagen gesichtet, kann man sich in Schleichmanier an die Sache heranwagen. Dies mag zwar langwieriger sein, aber auch spannender und munitionssparender.  Jason kann in Far Cry 3 sehr gut mit seiner Machete umgehen und sogar größere Kombos mit dieser auslösen. Darüber hinaus bleibt es lautlos, womit der Rest der Kontrahenten nicht aufgescheucht wird.

Hat man eines dieser Camps erobert, eröffnen sich neue Nebenmissionen wie Beispielsweise sogenannte Auftragsmorde, mit denen das Ziel in einer bestimmten Manier ausgeschaltet werden soll. Oder die „Pfad des Jägers“ Aufgaben, in denen es darum geht, bestimmte Wildtiere mit einer fest vorgegebenen Ausrüstung zu jagen. Diese Jagd-Missionen sind im späteren Spiel auch wichtig, da es dann den sogenannten „Tier-Legenden“ der Insel an den Kragen geht, da man nur mit speziellen Ledern die größeren Ausrüstungs-Gegenstände herstellen kann. Die herkömmlichen Entlohnungen beschränken sich jedoch auf den schnöden Dollar, mit dem Ihr dann eifrig shoppen gehen könnt.

Erwähnenswert wär vor allem, das Deckung wie Dickicht und Büsche eine reelle Auswirkung auf deine Sichtbarkeit hat. Hockst du also im Gebüsch, wirst du sehr viel schwerer gesehen als wenn du im kniehohen Gras gemütlich die Gegend auskundschaftest. Eines der wenigen Spiele in letzter Zeit, wo dieses Element auch richtig zur Geltung kommt. Hier kann niemand wie Superman durch feste Materie spähen.

Hier kommt das Erfahrungs- und Fähigkeitensystem von Far Cry 3 ins Spiel. Gegner, die Ihr mit der Machete ausschaltet, geben mehr Erfahrungspunkte als herkömmlich ausgeschaltete Gegner. Erledigt ihr einen Widersacher gezielt mit einem Kopfschuss, gibt das ebenfalls mehr Erfahrungspunkte. Bereinigt ihr ein Camp, ohne gesehen zu werden, gibt dies 1.500 Bonus-Erfahrungspunkte, die grobe Methode gibt allerdings nur 500 Erfahrungspunkte, 550 sofern kein Alarm ausgelöst wird. Mit diesen Erfahrungspunkten steigt ihr in eurem Level auf, und könnt die damit gewonnen Skillpunkte in drei Fähigkeitenbäume verteilen. Jeder der drei Fähigkeitenbäume behandelt verschiedene Areale, wie Stärke, Beweglichkeit und Widerstandsfähigkeiten, und je nachdem was ihr Ausbaut, verändert und erweitert sich das Tattoo auf eurem Arm.

Technisch muss sich Far Cry 3 alles andere als verstecken. Die Grafik ist sauber, stimmig und läuft selbst auf Mittelklasse-PC’s überraschend rund. Allerdings werden nicht sehr viele Einstellungsmöglichkeiten geboten, was die Detailstufe der Grafik angeht. Tontechnisch befindet sich der Titel auf sehr hohem Niveau. Die deutsche Vertonung der Hauptcharaktere ist fantastisch geworden, lediglich einige Nebencharaktere hören sich etwas monoton und gelangweilt an. Die Musik ist eine Mischung aus harten Jungle-Beats und elektronischen Elementen, vereinzelt auch Dubstep. Soundeffekte wie Umgebungsgeräusche, Waffeneffekte und dergleichen fügen sich wunderbar in das Geschehen ein und vollenden die Atmosphäre.

Die Geschichte, wenn auch mit einigen Shooter-Klischees behaftet, läuft rund und stimmig über die Flimmerkiste und bietet auch vereinzelt Überraschungen für den Spieler. Ein großes Plus für unseren Test ist die Tatsache, dass der Protagonist eine Stimme besitzt und größtenteils passende Kommentare zum Geschehen von sich gibt, die teils auch gewollt witzig sind. In Modernen Ego-Shootern fehlt dies enttäuschenderweise oftmals. Leider schwächelt die Geschichte unter kleinen Logiklücken und wirkt ab und zu etwas aufgesetzt. Auch die Nebenmissonen stumpfen gegen Ende hin ab und verlieren an Reiz, da es meist immer das gleiche Vorgehen ist.

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Screenshot-Quelle: www.pcgames.de

About Author

Angefangen mit einem C64 verlief meine Gamer Karriere über einen Amiga 500 hin zum PC. Also die Playstation 1 erschien bin ich auf die Konsolen umgestiegen und ist mittlerweile meine Hauptplattform was Gaming betrifft. eine Playstation 2,3 und eine XBOX,XBOX360 und XBOX ONE gehören zu meinem Inventar. Nur mit Nintendo kann ich mich bis heute nicht wirklich anfreunden. Ich bin auch in etlichen Foren ua. das Letsplayforum.de unter dem Nicknamen Blutengel2002 oder seit neuestem als aGAMEki unterwegs.

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